Hypnose für Alle(s)

Nur Hypnose?

Hypnose-Therapie will (und soll) auf den Menschen eingehen. Das steht diametral der heute gängigen Sichtweise gegenüber, dass ein Problem, oder eine „Krankheit“ den Menschen befällt und daher bekämpft werden müsse. Genau das Gegenteil ist richtig: der Mensch selbst muss behandelt und unterstützt werden!

Um, aus der Sicht des Therapeuten, den Menschen besser zu verstehen, ist es wichtig, relevante Ereignisse aus seinem Leben zu erfahren, die zum mitgebrachten Thema beitragen. Das können Ereignisse aus der Vergangenheit sein, oder auch brandheisse Dinge, die erst kürzlich passiert sind.

Dazu gehört, dass meine Klienten einen Fragebogen ausfüllen. Der hat es aber ganz schön in sich:

Scheinbar wahllos sind da Unmengen an Fragen aufgeführt. Angefangen von der Kindheit, über Eltern, Verwandte und Bekannte, über Erkrankungen (vergangene und aktuelle), bis zum heutigen Wohlbefinden. Abgeschlossen wird das Ganze mit einer Zieldefinition: was genau will der Klient / die Klientin mit der Therapie erreichen?

Was klingt, wie Durchleuchten, hat allerdings einen simplen Hintergrund:

Wir Menschen haben nun mal die Eigenschaft, dass wir uns mit unseren Problemen und Problemchen oftmals einfach nicht auseinandersetzen wollen; das manchmal auch gar nicht können. Mit Hilfe des Fragebogens muss sich der Klient / die Klientin – vielleicht zum ersten mal überhaupt – mit den Hintergründen zu seinem mitgebrachten Thema auseinandersetzen. Das kann bewusst passieren, oder aber auch unbewusst, in dem man anhand der Fragen einfach mal alles aufschreibt, was einem in den Sinn kommt. Denn:

Alles hängt mit Allem zusammen

Das Interessante ist, dass wir Therapeuten oft einen roten Faden durch die Lebensgeschichte von Menschen erkennen können, auch wenn dies der Person selbst gar nicht bewusst ist. Selbst dann, wenn die Auslöser nicht niedergeschrieben worden sind, liefert solch ein Fragebogen wertvolle Anhaltspunkte für die Sitzungen. Und das kann entscheidend für den Erfolg einer Therapie beitragen.

Umgekehrt kann es vorkommen, dass Klienten mit der Überzeugung ankommen „genau zu wissen“, was denn die Ursache für ihr Problem ist. Und genau das kann ein gravierender Trugschluss sein. Hier sind die Fähigkeiten des Therapeuten gefragt, aus den Worten des Klienten, und aus dem Fragebogen, die möglichen Hintergründe herauszuarbeiten. Denn ansonsten könnte es passieren, dass am falschen Ende optimiert wird – und die eigentliche Ursache des Problems unerkannt – und damit unbearbeitet bliebe.

Nur Hypnose?

Nein: Hypnose ist nur eine der Methoden, die in den Sitzungen eingesetzt wird. Die Sitzungen bestehen auch aus Gesprächen mit den Klienten. Das ist notwendig, um den Klienten anzuleiten, sein Thema anzugehen, vielleicht auch ein anderes Licht darauf werfen zu können.

Oftmals sind es auch einfach nur die Hintergrundinformationen, die benötigt werden, damit es einem Klienten schon viel besser geht. Denken Sie alleine mal daran: „Ich bin ja gar nicht der / die Einzige, dem es so geht, wie mir“. Diese Feststellung machen zu können, kann schon eine enorme Erleichterung sein. Ein weiters Beispiel: in unserer scheinbar aufgeklärten Welt, gibt es so viele Fehlinformationen. Wenn es da eine Hilfe gibt, die richtigen und brauchbaren Informationen zu einem Thema zu erhalten, dann kann das alleine schon die (Auf-)Lösung eines Problems bewirken.

Wenn Sie etwas mehr über Gesprächstherapie erfahren wollen, kann ich die Bücher von Carl Rogers wärmstens empfehlen. Er hat grossartiges geleistet, in dem er die seinerzeit gängige Praxis der Psychoanalyse, die damals sogar schon an Kindern im Kleinkindalter praktiziert wurde, über den Haufen geworfen hat und sich (endlich) voll und ganz auf den Klienten selbst fokussierte.